Resumee 3. Woche – Stephan

Die erste Woche in Baden-Württemberg hat uns auch zu unseren Freunden nach Kehl gebracht. Wir spielen dort in den Beruflichen Schulen sowohl am Vormittag als auch am Abend. Die Abendvorstellung wird gemeinsam mit kifafa veranstaltet, eine Organisation, mit der wir seit 2015 zusammenarbeiten. Kifafa ist das Swahili-Wort für Epilepsie, womit die Intention dieses Vereins bereits erklärt ist.

Der Verein betreut epilepsiekranke Kinder sowie deren Familien aus den gesellschaftlich ärmsten Schichten Kenias und ist mittlerweile über 20 Jahre alt. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist der Aufbau und Ausbau des Waisenhauses in Kendu Bay am Lake Victoria. Mittlerweile leben hier nun 28 Mädchen. Alle sind sie Waisenkinder und etliche von ihnen leiden unter einer Epilepsie. Um einen Beitrag gegen den Hunger zu leisten, betreut Kifafa e.V., seit 2009, auch etwa 40 Schulkinder aus der Nachbarschaft durch ein Essensprogramm im Waisenhaus. Nach der Schule erhalten sie eine warme Mahlzeit und können bis 17 Uhr mit den Kindern des Waisenhauses zusammen spielen.

Das Hope Theatre gibt dort regelmäßig Workshops. Diese Zusammenarbeit ist mittlerweile zu einem fixen Bestandteil des Lebens der Mädchen geworden, ein paar von ihnen werden im Juli für eine Woche nach Nairobi kommen um mit der Gruppe noch intensiver zu trainieren. Das Ensemble trainieren nicht nur Tanz, Akrobatik und Körperbeherrschung, sondern erzählt auch von der weiten Welt und macht den Mädchen Mut für ihr zukünftiges Leben. Die MitgliederInnen des Hope Theatre  kommen alle aus den Armenvierteln Nairobis und haben zum Teil ein extrem hartes Leben hinter sich. Sie haben es mit Disziplin und natürlich auch ein wenig Glück geschafft, ihre Träume zu verwirklichen und mit ihrem Beruf des Bühnenkünstlers zu reisen und zu überleben. Das ist ein starkes Zeichen, auch für die Mädchen in der Jugendstrafanstalt Nairobi, mit denen die Truppe ebenfalls arbeitet.

Die Erfahrungen, die unsere Truppe in Deutschland macht, gibt sie in Kenia weiter, vor allem jungen Mädchen, die es in den Armenvierteln oft sehr schwer haben. Das ist ein wichtiger Teil der bilateralen Arbeit und ein wichtiger Faktor im gegenseitigen begreifen der unterschiedlichen Kulturen.

Die Einnahmen der Abendaufführung teilen wir fair 50:50. Ich finde es toll, dass unser afrikanisches Projekt ein anderes afrikanisches Projekt durch die künstlerische Leistung unterstützen kann. Das Publikum ist von der Darbietung jedes Jahr sehr begeistert und spendet großzügig – für beide Konzepte: für eine berufliche Selbständigkeit der einen und eine seriöse Lebenschance der anderen.

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