Resumee 9. Woche – Stephan

Die 9. Woche führte uns nach 2016 zum zweiten Mal an einen besonderen Ort der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Hier ein paar Stationen der Universität zur Nachhaltigkeitsvorzeige-Location:

„Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt in Bayern ist seit 1992 Pionier in der Theorie und Praxis der Nachhaltigkeit (Rio-Folgeprozess) und wurde hierfür mehrfach ausgezeichnet. Nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl wurde der AK Umwelt gegründet und nach der ersten Umweltprüfung der Universität 1990 das Umweltreferat des Studentischen Konvents, welches von Anfang an das Ziel verfolgte, die KU umweltverträglich umzugestalten und hierzu zahlreiche Impulse setze.

1995 erfolgte auf Initiative des Umweltreferats des Studentischen Konvents mit Unterstützung des Europarats als besonderer Beitrag zum Europäischen Naturschutzjahr die Gründung der Franz von Assisi Akademie zum Schutz der Erde e. V. (FAA), welche im Auftrag der KU das erste regionale Nachhaltigkeitsprojekt Deutschlands mit 25 Projekten zur Umsetzung der Agenda 21 und der Studie Zukunftsfähiges Deutschland, zusammen mit zehn Partnern durchführte. 1996 wurde im Projekt Zukunftsfähige Universität das erste Nachhaltigkeitskonzept einer deutschen Hochschule entwickelt. Das Altmühltal-Projekt wurde 1995 als Beitrag der Bundesrepublik Deutschland zum Europäischen Naturschutzjahr des Europarats ausgewählt und durch den Bundespräsidenten Roman Herzog als Nationalprojekt ausgezeichnet, der auch Schirmherr des Projekts war.

1997 wurde im Vorfeld der UN-Sonderversammlung zu Rio plus 5, von der FAA und der KU zusammen mit dem International Consortium on Religion and Ecology in der Weltbank (Washington) die Washington Consultation on Sustainable Community Ethics, Environmental Values and Public Policy (Ethik und Agenda 21) organisiert, die Washington Declaration of Interdependence beschlossen[35] und ein Briefing Ethische Perspektiven der UN-Vollversammlung zu Rio plus 5 mit Partnerorganisationen und Staatsvertretern in der UN in New York organisiert. Die Forderungen des Briefings wurden 2002 in Artikel 6 des Aktionsplans von Johannesburg des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung 2002 implementiert: „Wir erkennen die Bedeutung der Ethik für die nachhaltige Entwicklung an und betonen daher die Notwendigkeit, bei der Umsetzung der Agenda 21 ethische Gesichtspunkte zu berücksichtigen.“

Das Umweltreferat des Studentischen Konvents gewann 2008 mit seiner Initiative Sustainable Campus (100 % Ökostrom für die KU) einen Preis beim Ideenwettbewerb Generation D. Der seit 2011 von DenkNachhaltig! e.V. jährlich organisierte WFI Dialogue on Sustainability ist die größte studentische Konferenz zum Thema Nachhaltigkeit im deutschsprachigen Raum. 2010 erfolgte die Verankerung der Nachhaltigkeit in die Stiftungsverfassung, sowie der Beschluss des Nachhaltigkeitskonzepts Bildung für nachhaltige Entwicklung, die Einrichtung eines BNE-Studiengangs und der Aufbau des Graduiertenkollegs Nachhaltigkeit. Seit 2012 erfolgt die Stromversorgung mit 100 % Ökostrom, womit in drei Jahren 4100 Tonnen CO2 eingespart werden. 2012 wurde der erste Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. 2013 zeichnete die Deutsche UNESCO-Kommission das Nachhaltigkeitskonzept der KU als Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aus. 2015 wurde die KU als erste Universität in Bayern nach EMAS zertifiziert. 2018 wurde diese Zertifizierung erneuert. Die UNESCO zeichnete die KU 2016 als vorbildlichen Lernort für nachhaltige Entwicklung aus und 2017 erhielt die Hochschule die Auszeichnung Fairtrade-University.“

Es ist bemerkenswert, wie viele engagierte Schulen, und Bildungsinitiativen wir auf unseren Tourneen in Deutschland kennen lernen. Und doch hat der Schutz unserer Lebensgrundlage immer noch den Status der Nische oder des weltfremden Träumens. Was zählt ist Gewinnvermehrung, Macht und wirtschaftlicher Erfolg, auch wenn die Superlative unseres Wachstums kaum noch Vorteile für die Bevölkerung bringen. Immer wieder haben wir uns auf der Tournee und in Diskussionen mit dem Publikum gefragt, wie es möglich ist, dass in den letzten 50 Jahren immer mehr in die Bildung für nachhaltige Entwicklung investiert und trotzdem immer weniger von den Erkenntnissen von der Politik umgesetzt wird. Inwieweit verselbständigen sich diese Parallelwelten? Haben wir die Entwicklungen überhaupt noch in der Hand?

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