Abschlussbericht – Stephan

Am Sonntag, den 13. Mai endete unsere Tournee, die Gruppe fuhr mit dem Zug nach Frankfurt und verließ den Deutschen Boden pünktlich um 17.35 Uhr. 12 Wochen, 14.000 gefahrene Kilometer und 69 Veranstaltungen liegen hinter uns. Die letzte Vorstellung dieser Tournee spielten wir in Rheine. Die Euregio Gesamtschule besuchen wir seit 2014 jedes Jahr. Ebenso die Realschule Neuffen, das Stromberg-Gymnasium Vaihingen, die Edith-Stein UNESCO Projektschule Ravensburg, das Peter-Paul-Rubens Gymnasium Siegen, und kikuna Dornstadt.

Mit kikuna (Kinder Kunst Natur) haben wir im Herbst 2017 ein großes Projekt zum Thema Kinderrechte veranstaltet, ein Ergebnis von kontinuierlicher Zusammenarbeit. Kikuna und die Gemeinde Dornstadt haben dafür eine Auszeichnung bekommen. Bei Karin Wirnsberger in Dornstadt sind wir immer zuhause, da gehören wir sozusagen bereits zum Inventar. Aus dem Projekt zu den Kinderrechten und dem Projekt, das wir 2017 mit Margit Niederhuber und der Gleichstellungsanwaltschaft des Bundeskanzleramts erarbeitet haben, werden wir für 2019 eine Revue zum Thema Menschenrechte zusammenstellen. Beide Projekt waren sehr erfolgreich, aber wir hatten sie noch nicht in Deutschland auf Tour zeigen können.

Ein besonderer Langzeit-Partner ist auch das Evangelische Mörike Gymnasium im Stuttgarter Süden. Mit der Schule arbeiten wir bereits seit unserer ersten Tournee 2012 zusammen, der Leiter der Theater-AG hat schon eine Szene für die Truppe geschrieben und wir haben mittlerweile zahlreiche Aufführungen und Workshops zusammen gestaltet, auch außerhalb der Schule.

Diese kontinuierliche Arbeit mit Freunden ist genauso wichtig, wie die Präsentation unserer Inhalte in immer neuen Schulen. Wir haben viele neue Freunde kennen gelernt, das Feedback war überragend, auf vielen Websites der Schulen sind wir das Highlight. Fairtrade – Schools haben uns genauso gebucht, wie solche, die es werden wollen und Schulen, die erst durch uns auf das Thema aufmerksam wurden. „Fair handeln“ ist ja mittlerweile ein bekannter Begriff für „man muss / müsste was tun“ – aber die Wirklichkeit sieht immer noch düster aus. Um so großartiger ist es, die vielen Schülerinnen und Schüler zu erleben, wie sie durch das Hope Theatre Nairobi die Menschen aus dem Süden nicht mehr nur als Fotos von Problem-Menschen, sondern als leidenschaftliche, lustige und coole reale Typen, die Spaß bringen kennen lernen. Diese intensive, persönliche und konkrete Begegnung ist es, die das Thema aus der Theorie ins normale Leben bringt.

Dazu ein kurzer Auszug aus dem Feedback von Frau Frenking aus der Euregio Gesamtschule Rheine: „Gut gelaunt kam das Hope Theatre Nairobi aus Kenia an der Schule an. Nach der Tournee von drei Monaten durch Deutschland war die Aufführung vor dem 9. Jahrgang die letzte Vorstellung. Dass ihnen schon so viel Arbeit in den Knochen steckte war auf der Bühne nicht zu merken. Sehr professionell und mit viel Schwung präsentierten die Schauspieler das Stück „The Fair Trade Play“, ein Mix aus intensiv gespielten Szenen, nachdenklich machenden Videos, Songs und mitreißenden Tänzen. (…) Nach dem Stück gingen die Schauspieler mit in die Klassen um mit den Schülerinnen und Schülern über das Stück, über Fairness und über Afrika und ihr Leben dort zu reden. Das war für viele schon eine ungewohnte Herausforderung, denn nicht nur weite Teile des Stücks, sondern auch das anschließende Gespräch fanden auf Englisch statt. Nach einer Stärkung in der Mensa, die für die kenianischen Gäste extra kenianisches Hühnchen gekocht hatte, gab es einen herzlichen Abschied, denn der Besuch des Ensembles war inzwischen schon der fünfte und ist fester Bestandteil des Jahreskalenders der Euregio Geaamtschule. So hieß es zum Abschied natürlich: „See you next year!“

Aber jetzt heißt es abschließen und an die Zukunft denken. Oder, wie es im Theater heißt: „Nach der Premiere ist vor der Premiere!“ Wir danken unseren Partnern, Unterstützer und Freunden, Dieter Overath und fairtrade Deutschland, Roland Horne und der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz, Simone Höckele-Häfner und dem Referat Entwicklungszusammenarbeit des Staatsministeriums Baden-Württemberg, den Staatssekretärinnen Frau Theresa Schopper und Frau Kathrin Schütz, den vielen engagierten Lehrerinnen und Lehrern unserer Schulen, Peter Spuhler vom Staatstheater Karlsruhe, Sabine Wand, Umwelt- und EnergieAgentur Kreis Karlsruhe, Diana Kraft-Schäfer von der IHK, Heiner Klos von der Visastelle der Deutschen Botschaft Nairobi für das Vertrauen und die unkomplizierte Abwicklung, den Visumsbürgen, dem Vorstand des Vereins Kenya Art Projects, Pfarrer Achille Mutombo, Elisabeth Pfennig, Wynnie Kangwana Mbindio, Robin Schneider, Dorothee Rölli, Michael Wolf, Bernd Reuter, Christoph Schulz, Joachim Eiberle, Karin Wirnsberger, Petra Kunz, Lea Horak, Christina Stricker, Bürgermeisterin Ilona Volk, Franziska Weiland, Christine Link, Jonathan Bruckmeier, Natalie Stricker, Jens Woggon, den Journalistinnen und Journalisten, allen Veranstalterinnen und Veranstaltern, den Schülerinnen und Schülern, unserem großartigen Publikum!

9 Jahre Hope Theatre Nairobi, 7 große und 2 kleine Tourneen durch Deutschland und Österreich, eine eigene Kindergruppe in Mathare Slums, kontinuierliche Workshop-Tätigkeit in Kenya unter anderem im kifafa – Waisenhaus in Kendubay, im Langata Frauengefängnis Nairobi, in der Jugendvollzugsanstalt für Mädchen in Nairobi, in der Pehucci-Waisengruppe, sowie zahlreiche Auftritte u.a. für fairtrade Africa und den Massai-Markt at Junction – die Hope Art Theatre Nairobi NGO (seit 2016 offiziell eingetragen) ist eine Erfolgsgeschichte, die alle Anforderungen der Entwicklungszusammenarbeit wie Nachhaltigkeit, Hilfe zur Selbsthilfe, Begegnung auf Augenhöhe, authentischer Austausch erfüllt, die jedes Jahr in Deutschland über 30.000,- Euro umsetzt, die zwei Drittel seines Kapitals selber einspielt und von 3 Kenianerinnen geleitet wird.

NGO Leader

Ob es eine Jubiläumstournee 10 Jahre Hope Theatre Nairobi im Frühjahr 2019 geben wird hängt nicht zuletzt von den Förderungen ab, denn trotz überragender Buchungen war auch diese Tour nicht kostendeckend, der Aufwand und die Ausgaben in Deutschland sind zu hoch. So hoffen wir, dass manche Förderstellen diese erfolgreiche Tournee zum Anlass nehmen, über eine Unterstützung der Jubiläumstournee nachzudenken.

Kwa heri,

Winnie Akinyi Ouma, Monica Atieno Oduor, Pauline Akinyi Atieno

Stephan Bruckmeier, Lena Roth, Eberhard Schif, Irene Schnabel,

das Ensemble des Hope Theatre Nairobi

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